Blog-Geburtstag Tag 10 Franziska

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Tag 10. Irgendwie habe ich heute Chaos im Kopf und meine Umwelt scheint sich mir sehr gut anzupassen. Doch überspringen wir den langen Tag und meine grundsätzliche Verwirrtheit und kommen direkt zum Wesentlichen:

Eigentlich war für heute ein anderer Post geplant, der dann aufgrund von blöden Technik-Problemen und verdammt-das-funktioniert-nicht-so-wie-ich-mir-das–vorgestellt-habe spontan verschoben wurde. Da ich in den letzten Tagen jedoch bereits fleißig Beiträge gesammelt habe, stehe ich deshalb immerhin nicht ohne da…

So ist auch das, was vielleicht zunächst “Ersatz” scheinen mag absolut keiner, sondern ein Interview, welches ich euch eigentlich noch ein paar Tage vorenthalten wollte. Mein heutiger Gast ist nämlich die wundervolle Franziska von Veggie Love – und seit Neustem auch Deutschland is(s)t vegan!
Da sie in den letzten Wochen kiloweise Rohkost um die Ohren (und im Magen) hatte und über ihren Rohkostmonat schon sehr ausführlich gebloggt hat beschloss ich, mich mit ihr mal wieder über ein paar ihrer anderen Lieblingsthemen zu unterhalten: leckeres veganes Essen (Ok. Erwischt. Unter anderem auch Rohkost.), Berlin, Bücher, einen nachhaltigen Lebensstil und und und. Ich freue mich, dass Franziska dabei ist und hoffe, dass aus unseren mehrfachen fast-Treffen bald mal eins in live und Farbe wird.

Ahoi-hoi.
Sarah
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Hallo Franziska,

1. Es freut mich, dass du dir die Zeit nimmst mir ein paar Fragen zu beantworten!
Die Meisten meiner Leser_innen kennen sicherlich deinen Blog „Veggie Love“, vielleicht magst du dich dennoch kurz vorstellen und erzählen, was du so machst und wie du zum Bloggen gekommen bist.

Seit über einem Jahr schreibe für mein Blog „Veggie Love“ und inzwischen auch mit, bei und für andere Blogs und Publikationen über grünen und veganen Lebensstil. Als ich angefangen habe, mich mit veganem Leben zu beschäftigen, habe ich kein Blog gefunden, dass Umweltbewusstsein mit Veganismus verbindet und dabei noch schön anzusehen und lifestylig ist. Weil ich schon immer sehr gerne geschrieben und ich auch gemerkt habe, wie groß das Interesse in meinem Umfeld ist, etwas über meine Entdeckungen und Lebensweise zu hören, habe ich mein Blog gestartet. Ich wollte mich nicht nur in meiner Freizeit mit den Themen, die mir am Herzen liegen beschäftigen, also habe ich mich selbständig gemacht. Neben dem Bloggen, was zu meinem Job gehört, arbeite ich als freie Journalistin und bin Communication Director bei der nachhaltigen Medienagentur Sinnwerkstatt.

2. Vor ein paar Monaten bist du von München nach Berlin gezogen und ich bin mir sicher, du hast seitdem viele vegane Cafés, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten entdeckt. Welche hast du besonders ins Herz geschlossen und welche würdest du besonders für meinen nächsten Berlin Besuch empfehlen?
Den Großteil meiner Einkäufe erledige ich im Biosupermarkt oder noch lieber auf einem der Berliner Öko-Märkte. Da ich mich derzeit vorwiegend von Rohkost ernähre, bin ich nun auch öfters bei Veganz, dort gibt es eine gute Auswahl an Lebensmitteln in Rohkostqualität. Im Veganz Bistro gibt es sehr guten Kuchen von den Damen von Freckles. Die Burritos von Dolores mag ich sehr sowie die gehobene Küche des La Mano Verde. Das schönste Café in Berlin ist definitiv das Café Vux in Neukölln. Den besten Kaffee und Bagels gibt es im Goodies in Friedrichshain und wenn man sehr gutes chinesisches Essen (null fettig) möchte, findet man das im Veggie in Charlottenburg. Schon viel gehört und gelesen habe ich vom Cookies Cream, aber mein Besuch dort steht auch noch aus.

3. Ein großes Thema deines Blogs ist ein nachhaltiger (und selbstverständlich veganer) Lebensstil. Wie sieht dieser nachhaltige Lebensstil konkret bei dir aus? Worauf achtest du, z.B. beim Kauf von Lebensmitteln, aber auch bei Mode, Kosmetik und Gebrauchsgegenständen besonders?
Schon seit vielen Jahren kaufe ich meine Lebensmittel nur in Bioqualität, das ist mir sehr wichtig. Ebenso benutze ich vorwiegend Naturkosmetik und trage Öko-Mode. Selbstverständlich alles ohne tierliche Inhaltstoffe oder Materialien. Unsere Haut ist unser größtes Organ und da möchte ich keine Chemie drauf cremen. Ebenso wenig möchte ich Chemie aus der Bekleidung an meinem Körper haben. Aber es geht nicht nur um mich, sondern auch um die Herstellungsbedingungen – fairer Handel und Löhne, keine Kinderarbeit, keine Farben, die die Gesundheit der Färber ruinieren – niemand soll für mich leiden, keine Tiere und keine Menschen. Am Nachhaltigsten ist der Kauf von gebrauchten Produkten – in Berlin gibt es zum Glück viele Flohmärkte und Second Hand Läden. Bei Gebrauchsgegenständen achte ich entweder auf deren Langlebigkeit, auf den Verbrauch – zum Beispiel wenig Wasser- und Energieverbrauch bei der Waschmaschine – oder sehe zu, dass ich etwas Gebrauchtes kaufe.

4. Gibt es ein nachhaltiges und veganes Produkt, welches du besonders gerne nutzt und uns an dieser Stelle empfehlen möchtest?
Da Umzüge ja inzwischen schon fast zu meinen Hobbies gehören, versuche ich, mein Hab & Gut so klein wie möglich zu halten und lebe nach dem Motto „Weniger ist mehr“. Mit dabei sind aber immer mein Lippenpflegestift mit Vanille von Hurraw!, den habe ich schon ein Jahr und der ist noch nicht mal zur Hälfte verbraucht. Schuhe von Beyond Skin, die sind aus gebrauchten Plastikflaschen hergestellt und sehen ein bißchen aus wie Wildleder. Ebenso eine Handtasche aus recycelten Materialien (Plastikflaschen, alte Reißverschlüsse) von reveal. Im Badezimmer möchte ich nicht auf eine gute Körperlotion verzichten, i+m Naturkosmetik macht nicht nur vegane Naturkosmetik, sondern hat auch die Verpackungen nach nachhaltigen Kriterien des Cradle-to-Cradle-Prinzips gestaltet. Nicht ganz so nachhaltig, aber dennoch vegan ist Nagellack von priti NYC oder butter London und Lippenstift von Obsessive Compulsive Cosmetics.

5. Du liest viel und gerne – hast du aktuell ein Lieblingsbuch/Lieblingsbücher, die sich mit veganer Ernährung oder auch nachhaltiger Lebensweise beschäftigen?
Mein erstes Buch in Sachen vegane Ernährung war ganz unbeabsichtigt „Skinny Bitch“, das wird auch immer eins meiner Lieblingsbücher bleiben. Ansonsten mag ich Kochbücher sehr gerne, auch wenn ich mich selten an Rezepte halte – die Bilder und Rezepte in Alicia Silverstone’s Buch sehen auf jeden Fall vielversprechend aus. Alle Bücher von Isa Chandra Moskowitz und Terry Hope Romero sind gut, Veganomicon sollte in keiner (veganen) Küche fehlen. Als ich angefangen habe, mich mit grüner Lebensweise zu beschäftigen, habe ich das Buch „The Eco Chick“ von Starre Vartan gelesen – dort blättere ich auch heute noch gerne drin und lese auf dem dazu gehörigen Blog. Ein gutes Buch zum Einstieg in den Veganismus und auch für Fortgeschrittene ist „Vegan!“ von Marc Pierschel.

6. Ich weiß, du bist ein großer Cupcake-Fan. Hast du ein Lieblingscupcake oder ein tolles Rezept, was du gerne mit uns teilen möchtest?
Ja, ich und die Cupcakes. Mir fällt gerade auf, dass ich in den letzten Monaten kaum einen gegessen habe – auch wenn ich sie natürlich immer noch ganz zauberhaft finde. Eins gestehe ich gerne: ich habe noch nie einen Cupcake selbst gebacken und ich denke auch nicht, dass sich das mal noch ändern wird. Viel lieber erliege ich deren Charme an der Kuchenvitrine. Mit einem Lieblingsrezept kann ich leider nicht dienen, aber meine Lieblingscupcakes macht Sandrina Müller vom inzwischen leider geschlossenen Fräulein Müller Brotzeitladen in München.

7. Gibt es eine Frage, die du schon immer mal in einem Interview beantworten wolltest, die dir jedoch leider nie jemand gestellt hat? (An dieser Stelle wüsste ich natürlich gerne die Frage und Antwort)
Ich glaube, ich wurde im Interview noch nie nach meiner Familie gefragt. Meine Mutter hat sechs Geschwister und ich ungefähr eine Million Cousinen & Cousins – ich liebe dieses Großfamiliending und die vielen Menschen am Tisch, wenn wir uns – leider selten – alle sehen. Nie bleibt irgendwas geheim und wird heimlich doch weiter erzählt. Köstlich. Und eine fabelhafte kleine Schwester habe ich, die gerne mal in meine Nähe ziehen dürfte.

8. Das letzte Wort hast du!
Liebe Sarah – ich weiß noch, wie ich Dein Blog entdeckt habe und lange nicht wusste, wer dahinter steckt (keine Sorge, ich erzähle die lange Geschichte nicht schon wieder, das haben wir zu meinem Blog-Geburtstag ja schon erledigt). Nach einem Jahr und unzähligen Mails und einem fast persönlichen Kennenlernen weiß ich, dass hinter Vegan Guerilla eine ganz tolle Frau steckt, die mich immer wieder aufs Neue inspiriert, die ich um Rat fragen kann und deren Rezepte ich gefragt und ungefragt immer gerne empfehle. Ich freue mich sehr auf Dein Kochbuch und auf all das, was in Deinem zweiten Jahr als Bloggerin noch so kommen mag! Und natürlich auch auf das persönliche Kennenlernen! Love & Veggies, Franziska

gepostet am by Sarah in Alles Andere, Blog

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