Basics

Smile And Burn: Drunken Camper Pancakes

Sie sind andauernd auf Tour, vegan, liebenswert chaotisch, keine Köche, ständig hungrig und haben immer vegane Schlagsahne unterm Beifahrersitz versteckt. Schnell stand fest, dass die Jungs der Punkband Smile And Burn die idealen Tester für ein Rezept aus meinem neuen Buch Outdoor Cooking sind, welches diesen Sommer im Ventil Verlag erscheint. Mit dem fantastischen Skill-Level “Weiß ich wie man Pancakes macht?” qualifizierte sich die Band, welche durchaus auch eine Vorliebe für Bier hat, direkt für die “Drunken Camper Pancakes”. Diese enthalten nämlich Bier statt pflanzliche Milch. Das ist nicht nur für tourende Punkbands und Festivalfreunde sehr praktisch, sondern ebenso, wenn man als BackpackerIn am anderen Ende der Welt in irgendeinem Dorf steckt, in welchem es fast keine vegane Zutaten im winzigen Supermarkt gibt. Exakt so ging es mir nämlich in dem winzigen Fischerdorf Sartenjea im Norden von Belize, wo auch dieses Rezept entstand. Aber das ist eine andere Geschichte…

Die Testbedingungen waren natürlich klar: Das ausgewählte Rezept muss on the road ohne richtige Küche ausprobiert werden. Es lag also nahe die Band mit Rezept, Kochplatte und ein paar Zutaten in den Tourbus zu stecken und in einem Wald abzusetzen. Mal gucken, ob die nur Musik machen können oder auch überlebensfähig sind! Glück gehabt. Sind sie. Und ein paar neue Ideen für die Tour haben Smile And Burn nun auch direkt parat: “Jetzt wo ich das gesehen hab machen wir um hinten wirklich was am Merch einzunehmen vielleicht immer eine kleine Pancake-Ecke. Bringt euch n’ paar Heidelbeeren mit.” Bis die Tour startet gibt nun es jedoch ersteinmal das Video von Smile And Burn mit Rezept für euch und ihr könnt 2*2 Tickets für die am 10.3.2017 startende Tour gewinnen.   ANZEIGEN

Crepes mit Blaubeer- Nicecream

Kein Eis, kein Sorbet, nein, Nicecream. So bezeichnet zumindest das Internet fruchtige und meist rohe Eiscreme-Varianten, welche im Mixer selbstgemacht sind und meist auf einer gefrorenen Banane plus beliebigen weiteren Zutaten (Früchten, Nüssen, Mus, Erdnussbutter usw.) basieren. Letztlich benötigt ihr jedoch auch keine Banane, sondern einfach nur einen Mixer mit ordentlich Power und eine Handvoll weiterer Zutaten – irgendeine gefrorene Frucht sollte jedoch dabei sein. Für das heutige Rezept habe ich Blaubeeren verwendet (in anderen Regionen wohl eher Heidelbeeren genannt).
Anders als andere, meist industriell verarbeitete und stark gezuckerte Eissorten, bietet die Nicecream entsprechend eine ganze Menge mehr Vitamine und Antioxidantien statt Zucker. Ein guter Deal, zumal sie genauso lecker schmeckt. Und auch wenn ich mich mit dem Namen persönlich nicht wirklich anfreunden kann, findet mein Körper diese Tatsache sicherlich nice und freut sich über Nährstoffe im Kampf gegen meine beginnende Erkältung. Diese wird ansonsten übrigens auch mit selbstgemachten Hausmittelchen bekämpft, da Tabletten nur in den Fällen in meinem Körper landen, wenn es wirklich nicht anders geht. Ansonsten helfen bestimmt auch eine heiße Zitrone und ganz viel Blaubeer-Nicecream… Natürlich solltet ihr dieses Rezept auch ohne nahende Erkältung testen, am besten mit etwas zusätzlicher “gesunder” (hust hust) Soja-Sahne, hauchdünnen warmen Crêpes und gerösteten Nüsschen.

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Knusprige Avocado- Sticks

“Avocado sollte man nicht erhitzen” – schallt es überall durch das Internet. Eine mindestens genauso alte Weisheit wie das Internet ist allerdings auch: Du solltest nicht immer auf das Internet hören. Das bewies mir vor kurzem auch ein Restaurant in Mexiko, in welchem ich Avocado im Teigmantel auf der Karte erspähte. Den restlichen Urlaub habe ich dann unter anderem mit sehr vielen Gedanken an knusprig ummantelte Avocados verschwendet. Entsprechend schnell stand ich gestern mit Jetlag in der Küche und habe mich an die Rezeptentwicklung gemacht. Nachdem das Rezept gestern mit einer anderen Panade aus Maismehl und Semmelbröseln zwar lecker, aber noch nicht perfekt war, habe ich mich heute morgen direkt noch einmal in die Küche gestellt und die gestrige Version leicht verändert. Das Ergebnis in Form von überaus leckeren knusprigen Avocado-Sticks mit scharfem Hummus-Tomaten-Dip findet ihr nun hier und ich hoffe, dass es euch ebenso gut gefällt wie mir.
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Datteln im Tempeh- Mantel

“Bacon had a mom.” So gehören auch Datteln definitiv in keinen Speckmantel. Schon alleine aus dem einfachen Grund, dass aus keinem Lebewesen Speckmäntel hergestellt werden sollten. Deftig und zusammen mit rauchigem Aroma sind getrocknete Datteln jedoch trotzdem wunderbar. Allerdings geht das natürlich auch ganz wunderbar als tierleidfreie Variante, welche ich heute mit euch teilen möchte. ANZEIGEN

Hagebutten marmelade

Eigentlich wollte ich euch heute mal eine idyllische Geschichte über Hagebutten und Beeren sammeln mit Freunden schreiben. Ihr wisst schon: diese Art kitschige Geschichte mit einem kleinen plätschernden Bach der sich durch das norddeutsche platte Land schlängelt. Der durch die Bäume rauschende Wind kündigt mit einem Rascheln den Herbst an, während die Blätter sich noch tapfer an ihren Bäumen und Büschen halten. Die letzten wirklich warmen Sonnenstrahlen scheinen dir ins Gesicht, als du dich nach einem Ast ausstreckst um ein paar weitere Hagebutten zu ernten. Währendessen tollen links neben dir ein paar Eichhörnchen, rechts ein paar Rentner… so ungefähr war das heute nämlich.

Vermutlich hätte ich euch mehr davon erzählt, wäre mir danach nicht mal wieder eine skurile EU-Vorschrift zum Thema Essen aufgefallen, die mich mal wieder verwundert eine Augenbraue hochziehen und irritiert auf meinen Rechner gucken ließ. Es ist nämlich so: ich benutze gerne das Wort Marmelade, wie z.B. auch für diesen Rezepttitel. Omma hätte gesagt: “Recht haste, Kind! Ohne Stückchen ists ‘ne Marmelade und mit Stückchen ‘ne Konfitüre.” Hach, die guten alten Zeiten in denen Gurken noch krumm sein und Omma einfach Marmelade so eingekochtem Fruchtzeug ohne Stückchen sagen durfte. Die EU findet jedoch, dass meine Oma lügt, alles völlig falsch definiert war und ich auf gar keinen Fall Marmelade zu diesem Hagebutten…zeug sagen sollte. Ein bisschen krumme Gurken hingegen wurden großzügigerweise irgendwann doch wieder erlaubt, als irgendein Bürokrat feststellte, dass eine Krümmung von zehn Millimetern auf zehn Zentimeter Länge überraschenderweise doch nicht zu einer tödlichen Dosis Gurke führen. Verrückt. Bei der Marmelade ist das jedoch nicht so einfach. Hierbei handelt es sich laut EU nämlich nur um Aufstriche aus Zitrusfrüchten. Liebe EU, hier haben wir ganz offensichtlich schon das zweite Problem: Aufstriche aus Zitrusfrüchten sind ungefähr das Schlimmste was ich mir auf meinem Brot am Morgen (und mittags, nachmittags, abends, nachts oder zwischendurch) vorstellen kann. Dieses eingekochte bittere Orangenzeug zum Beispiel braucht meiner Meinung nach nämlich keinen eigenen Namen, sondern maximal einen Mülleimer oder zumindest ein großes glitzerndes Warnschild auf dem “Vorsicht, widerlich! Auf keinen Fall essen!” vermerkt ist. Doch den Zitrusmarmeladen-Hass beiseite und weiter auf die Suche danach wie ich dieses Rezept wohl nenne dürfte: Gelee habe ich jedenfalls auch keins gemacht, das wäre nämlich nur auf Basis von Saft. Das Wort Konfitüre kann ich als ewige Mathenull letztlich auch nicht ernsthaft verwenden: denn wenn ich Konfitüre korrekt nutzen möchte, müsste ich erst einmal ausrechnen, ob die “lösliche Trockenmasse” im Endprodukt mindestens 60% beträgt (hierzu gehört auch Zucker) und der allgemeine Fruchtgehalt bei mindestens 350 auf 1000g liegt. Dieses Verhältnis ist bei Konfitüre extra nocheinmal anders. Das “extra” sind hier übrigens 100g Frucht (auf 1000g) mehr. Der jeweils in den Kofitüren erlaubte Gehalt von Ingwer ist übrigens auch verschieden. Puh! Die Rechnerei ist mir jedenfalls zu anstrengend, wobei mir hier mal wieder auffällt: die wichtigen Beispiele aus dem echten Leben haben mir meine Mathelehrer immer unterschlagen. Für Frucht- oder Ingwergehalt hätte ich mich damals schon mehr interessiert als für Zahlen. Doch zurück zu den Alternativen: Darf ich es vielleicht Creme nennen? Ach halt, nein, auch nicht! In dem Fall hätte ich Stärke zum Binden verwenden müssen. Übrig bleibt letztlich nur das Wort Fruchtaufstrich, welches ich laut EU korrekterweise benutzen sollte. War doch ganz leicht! Nur, dass ich persönlich beim Lesen des schwammigen Worts Fruchtaufstrich nicht an eingekochte Früchte denke, sondern irgendwie einfach nur an etwas fruchtiges, cremiges, was ich auf mein Brot streichen kann, was weder Kompott oder irgendwas von den bereits aufgezählten Dingen ist…

Die heutige Einleitung schließe ich daher etwas verwirrt und ganz ohne fröhlich um mich herum spielende Eichhörnchen auf herbstlichen Wiesen. Bleibt nur zu sagen: Ey EU, du bist scheisskompliziert. Ich sage und schreibe einfach weiter Marmelade.

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