Vegan in Brasilien: Foz do Iguacu

Print Friendly

Seit einer knappen Woche bin ich nun in Foz do Iguacu, meinem neuen Wohnort für das kommende Jahr. Da ich mich hier nun erst einmal um alles mögliche und vor allem unmögliche kümmern muss, bin ich bisher weder zum Bloggen noch zum Kochen gekommen. Zu letzterem benötige ich natürlich auch erst einmal eine Wohnung – dies ist hier jedoch eine ziemliche Herausforderung, da der Bundesstaat Paraná es Menschen von der anderen Seite des großen Teichs nicht gerade einfach macht: Da werden brasilianische Steuernummern für alles mögliche gefordert, Bürgen und auch sonst tausend Dinge, die ich fernab von zu Hause schlichtweg nicht bieten kann. Dazu kommt, dass die Wohnungen hier in der Regel ohne alles (also auch ohne Herd, Waschbecken und ähnliches! Angeblich kein generelles Problem bei der Suche nach einer Unterkunft in Brasilien sondern tatsächlich ein Problem in Paraná – sollte es so sein tröstet mich das allerdings auch nicht) daher kommen, was mich nicht nur Wohnungs- sondern auch Ernährungstechnisch vor 1001 Probleme stellt. Dementsprechend hoffe ich nun darauf, eine_n Vermieter_in zu finden, der oder die wenig auf Bürokratie gibt und mit etwas Glück zumindest teilmöbiliert vermietet, damit ich endlich (!)wieder in der Lage bin mir in meinen eigenen vier Wänden etwas essbares zuzubereiten. Sollte ich dann irgendwann mal etwas bewohnbares finden ist die nächste Frage, wann ich wieder einen Herd, Internet und all’ solche Sachen besitze. Was neue Rezepte sowie Antworten auf E-Mails (und BITTE schickt mir Anfragen nicht doppelt, das macht den ganzen Prozess noch langsamer!) oder Kommentare betrifft, müsst ihr euch also in Geduld üben – ich habe aktuell weder die Zeit, noch die Infrastruktur oder den Kopf mich darum zu kümmern. 

Ansonsten entspricht die Definition von “Essen” in dieser südbrasilianischen Kleinstadt vor allem einem: Fleischbergen mit zusätzlichem Fleisch. Salat? Joa, so als Deko vielleicht. Möchte man etwas vegetarisches wird man da schon komisch angeschaut, fordert man dann auch noch Essen welches komplett frei von jeglichen tierlichen Inhaltsstoffen ist, verringert sich die Auswahl auf ungefähr gar keine. Meine absolute Lebensrettung war daher in den letzten Tagen das einzige vegetarische Restaurant der Stadt: das Cheiro Verde. Dort gibt es ein Buffet, auf Nachfrage bei einer der Köchinnen erhielt ich (und das ohne die sonst üblichen schiefen Blicke) auch ohne Umwege Informationen dazu, was es dort in vegan gibt. Und nicht nur das: da ich seitdem ich hier bin jeden Tag dort gegessen habe kommt die Erklärung mittlerweile sogar automatisch, der Restaurantbesitzer Cesar begrüßt mich mittlerweile mit Namen und die wundervolle Köchin bringt mir sogar jedes Mal wenn ich dort bin (zusätzlich zu dem veganen Angebot, was sich bei den warmen Speisen meist auf 3-5 der etwa 10 auf dem Buffet angebotenen Speisen beschränkt) ohne Nachfrage eine vegane Version von etwas was sich in “nur vegetarisch” auf dem Buffet befindet (z.B. Frühlingsrollen, die dort meist Käse enthalten oder Sushi, welches dort sonst mit Ei angeboten wird). Wie dankbar ich dafür bei dem ganzen Stress und Problemen bin, die sich mir aktuell sonst in den Weg stellen, kann ich nicht in Worte fassen. Vermutlich habe ich dort in einem Jahr einen Stuhl mit Namensplakette drauf.

Da das Cheiro Verde jedoch nur zur Mittagszeit geöffnet hat gibt es zur Zeit morgens immer Toast (mit Avocado oder Marmelade), Abends meist einen Salat und zwischendurch Obst. Das ist soweit okay, trotzdem vermisse ich es sehr selbst zu kochen. Fotos habe ich bisher keine gemacht, da ich noch viel Zeit hier verbringen werde wird das jedoch irgendwann nachgeholt. Wer Interesse hat, findet aber einige Bilder von dem im Cheiro Verde angebotenem Essen auf der Facebook-Seite des Restaurants.

Grüße vom anderen Ende der Welt & Reingehau’n!

gepostet am by Sarah in Blog, On The Road

2 Antworten auf Vegan in Brasilien: Foz do Iguacu

  1. Ju

    Hallo Sarah, ich wünsche dir alles Gute für deinen Anfang hier in Brasilien. Falls du mal nach São Paulo kommst, solltest du unbedingt den Mercado Municipal und die Zona cerealista besuchen. Ansonsten Vorsicht mit den Gen-Soja und Gen-Mais-Produkten (gekennzeichnet durch das T für Transgênico)!

  2. Pingback: Suedamerika, so (un)vegan: die besten veganen Speisen & schoensten Orte | Teil 1 | Vegan Guerilla

Kommentar hinzufuegen