Vegfest in Bristol & FressFest in London

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Letzte Woche war es endlich soweit: Nachdem wir das VegFest bisher bei jedem England-Aufenthalt (zufällig) um nur wenige Tage verpasst haben, haben wir es dieses Mal endlich auf die Reihe bekommen, unseren, mittlerweile einmal jährlichen, London-Besuch mit dem Termin des VegFests zu koordinieren. Dementsprechend sind wir, kaum in England angekommen, letzten Freitag direkt nach Bristol weiter gefahren, um zu gucken, was England in Sachen “veganer Veranstaltung” so zu bieten hat. Die Antwort überrascht wohl niemanden: eine ganze Menge mehr als so manche Veranstaltung, die ich bisher in Deutschland besucht habe. Wer sind eigentlich dieses Wiesbaden, Hannover und Dortmund? Mal abgesehen von einem großartigen Veranstaltungsgeläde direkt am Hafen und den phänomenalen knapp 30°C

und ca. 100 Ausstellern  hat das VegFest auf jeden Fall so einiges zu bieten. Ach ja – und es gab Musik. Also echte Musik, ohne Ohrenschmerzen und Fremdschämen – ist doch auch was. (Wer ein bis zweimal jährlich in Hannover ist, versteht diesen Wink mit dem Zaunpfahl). Doch zurück zu den Ausstellern. Natürlich mit dabei die Vegan Society, eine ganzen Reihe von Rescues, Sanctuarys und anderen NGO’s (erwähnt seien hier vor allem die netten Menschen und großartigen Projekte von The Blackfish und Hope Rescue). Da die Liste der Teilnehmer unglaublich lang war, möchte ich euch an dieser Stelle nicht

     

mit ewig langen Auflistungen quälen, sondern nur ein paar Stände erwähnen, die wir besonders spannend, äh lecker, fanden: nakd – phänomenale Nuss-Trockenfrucht-Riegel. Goody good stuff – Weingummi – ich hasse Weingummi und es gibt einfach nichts widerlicheres, wenn ihr mich fragt-, aber mein Freund war überaus begeistert und kurz davor, sich in den Probierschalen zu wälzen… BAM – bamboo clothing, niemals hätte ich geglaubt, dass Socken so weich sein können – kein Scherz. Herbal Haven hatte einen überdimensionalen Kräutergarten aufgebaut – wundervoll, hätte ich mir am liebsten direkt für meine Küche mitgenommen…(Dort ist nur leider kein Platz, denn ich züchte mir gerade Feldsalat. Funktioniert im Übrigen auch wunderbar). Moo free chocolates, fantastisch. Und zu guter Letzt haben wir uns noch eine ganze Weile bei Wheaty festgequatscht (wenn man sich schon in Deutschland nie über den Weg läuft…) und ein paar uns noch unbekannte Produkte getestet. Auch sonst lässt sich dieser Tag letztlich mit ganz viel durcheinander probieren beschreiben und ich habe – mit einer minimal kleinen Ausnahme nichts zu meckern: da das VegFest in diesem Jahr das erste Mal schon am Freitag (statt am Samstag) eröffnet hat, waren an dem Tag ein paar Stände (vor allem von kleineren Organisationen, die scheinbar so spontan keine Freiwilligen für einen zusätzlichen Tag stellen konnten) leider noch nicht aufgebaut. Schade, aber es gab auch so noch genug zu gucken. Vorteilhaft war das allerdings für alle, die, wie ich, gut auf größere Menschenansammlungen verzichten können: denn am Freitag waren nur 4000 der insgesamt ca. 25 000 VegFest-Besucher (laut den Veranstaltern) da. So oder so: ein toller Event mit vielen großartigen Ausstellern und extrem vielfältigem Publikum – da könnten sich so einige vegane Veranstaltungen in Deutschland auf jeden Fall noch eine Menge abgucken.

Das Gleiche gilt auch für das Fressparadies London. Auch hier war die Entscheidung des “Was essen wir bloß?” gar nicht so einfach zu beantworten, weshalb wir uns dann für eine Mischung aus bereits bekannten und neuen Restaurants entschieden haben. Nicht verzichten wollten wir auf einen erneuten (und mehrfachen) Besuch im Inspiral. Fantastische Smoothies, fantastisches Frühstück. Ebenso war auch wieder ein Besuch im VX (dem Laden der Secret Society of Vegans) angesagt – wobei wir dort aufgrund der Temperaturen dieses Mal leider keinen Kuchen bewältigen konnten. Gefreut habe ich mich allerdings sehr darüber, dass Rudee die Lip-Balms von Crazy Rumors bei sich im Laden rumstehen hat (Falls es wen interessiert: in Deutschland leider noch nirgends entdeckt und, meiner Meinung nach, ungefähr 1 Million mal besser als alles andere an bisher ausprobierter veganer Lippenpflege, sei es von LUSH, Hurraw! oder sonstwem. Wer nach Kaffee oder Root Beer schmeckt hat eh gewonnen, find ich). Doch zurück zum eigentlichen Thema, denn drei Empfehlungen, die einen Besuch wirklich wert sind habe ich noch für euch…

Zum einen das Itadaki Zen – traditionell japanisches Essen, alles vegan, alles bio. Und nein, es handelt sich nicht um einen Sushi-Laden. Ja, es gibt trotzdem vereinzelt Sushi auf der Karte zu finden. Des guten Willens halber, habe ich es nach längerer Zeit mal wieder probiert, mir eins vom Nachbar-Teller gemopst und durfte feststellen: Sushi gehört zusammen mit Weingummi, zu den 3-4 Lebensmitteln auf der Welt (vegan, versteht sich) die meiner Meinung nach einfach ungenießbar sind. Dafür hatte ich hatte das extrem schmackhafte “Ten Don”: Tempura aus verschiedenen Gemüsesorten und Algen auf Reis. (Das Bild ist leider etwas verwackelt und bringt lange nicht rüber, wie toll das Essen aussah, geschweige denn, wie gut es geschmeckt hat!). Da der Laden extrem klein ist und nur ein paar Stunden täglich geöffnet hat (Abends) lohnt es sich auf jeden Fall vorher einen Tisch zu reservieren!

Zum Glück nur wenige Meter von unserem Schlafplatz in Brixton entfernt hat seit unserem letzten Besuch in London Ms Cupcake ihren Laden eröffnet. Nachdem ich vor ein paar Tagen schon vom besten Cupcake, der jemals meine Magengegend berührt hat, auf meiner Facebook-Seite geschwärmt habe, auch hier nochmal meine Empfehlung: der Ferrero Rocher Cupcake. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass wir in den paar Tagen noch zwei andere Sorten probiert haben, die bei Weitem nicht an den Ferrero-Cupcake heran kamen (Pina Colada sah zwar toll aus, aber hat leider nur künstlich und überhaupt nicht gut geschmeckt und der Kokos-Himbeer-Cupcake hatte meiner Meinung nach einfach ein viel zu süßes, fast nur nach Puderzucker schmeckendes, Frosting).

Zu guter Letzt habe ich noch eine dritte Empfehlung für euch – das Tibits, in der Nähe der Haltestelle Oxford Circus. Dorthin hat es uns direkt zwei Mal verschlagen – Abends und am Mittag darauf direkt noch einmal, weil es extrem lecker war. Im Tibits, welches im übrigen ein Ableger von Europas erstem vegetarischen Restaurant -1898 in der Schweiz gegründet-, dem Hiltl ist, gibt es ein vielfältiges Buffet, welches u.a. Salate, Saucen/Chutneys, einige warme Speisen, Obst, Süßspeisen bietet. Leider ist das Tibits nicht rein vegan, sondern ein vegetarisches Restaurant, wobei ich schätzen würde, dass bei unseren Besuchen etwa 80% des Buffets vegan waren und alle Gerichte gut gekennzeichnet sind (vegan/vegetarisch/enthält Gluten). Einen vollen Teller mit selbst zusammengestelltem Essen gibt es ab etwa 7 Pfund (das Essen wird an der Kasse gewogen). Lecker sind auch die frisch gepressten Säfte. Hier noch, was wir im Tibits gegessen haben:

…und das wars dann auch. Wer noch mehr London-Tips meinerseits möchte findet hier ein paar weitere vom letzten Jahr. Die Bilder könnt ihr im übrigen wie immer durch Anklicken vergrößern.

 

gepostet am by Sarah in Blog, On The Road

13 Antworten auf Vegfest in Bristol & FressFest in London

  1. Laura

    Die Crazy Rumors gibt’s im Nature’s Food in Hannover!! :)

  2. Claudi

    Welch ein toller Bericht. Vielen Dank! Das ist fast, wie selbst dabei gewesen zu sein :-)

  3. Homeveganer

    Ein Traum, da wäre ich auch gerne mal dabei gewesen :) Was meinst du mit Fressparadies London? Gibt es da wirklich so eine große vegane Auswahl?

    • Sarah

      http://www.veganlondon.co.uk/eat/index.htm < - schau z.b. mal da rein…dann weißt du, was ich mit fressparadies meine. die auswahl an veggie & veganen restaurants ist einfach enorm UND, was ich fast noch viel toller finde, fast alle lebensmittel sind wunderbar gekennzeichnet und meist ist auf den ersten blick zu erkennen, was vegan ist und was nicht… :)

      • Homeveganer

        Danke für den Link! Das ist ja genial :) Im August fahre ich einige Tage nach London, allerdings mit 7 Omnis. Ich habe noch keinen Plan, wie ich das da regeln kann …

  4. Christina

    Inspiral ist wirklich der Hammmeeeeer!

  5. Cheesy

    Soooo cool! Ich finde es genial, dass es je länger je mehr so grosse Vegane Veranstaltungen gibt :-)

    Und ja, Tibits, bzw. Hiltl ist sooo lecker! Ich wohn ja zum Glück schön nahe dran *hihi*

  6. Marlene

    Bin grad soo verdammt dankbar für die tollen London-Tipps. Fahr im August hin und freu mich langsam immer emhr drauf :)

  7. Anja

    Ah, wunderbar. Es scheint fast so, als hättet ihr im InSpiral and meinem Stammtisch gesessen.
    Und ihr habt auch den Gurken Tofu bei Tibits genossen… Soo gut. Ich frage mich, ob die den Tofu sogar selbst herstellen…

    • Sarah

      ja, hab mich auch gefragt, welchen tofu die benutzen (und es leider nicht heraus gefunden ;))…der war auf jeden fall sehr sehr gut.

  8. Liane

    Jaaaa, London ist wirklich ein Paradies für Veganer :) und beim Vegfest war ich inzwischen zweimal. Geb dort immer viel zu viel Geld aus^^

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