VG Travel Tips: “Don’t give any money to the unicorns, it only encourages them.”

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Der Sommer, oder zumindest sowas in der Art, ist endlich auch bei uns angekommen und mit ihm auch die Semesterferien. Viele von euch freuen sich sicherlich schon auf ihren Sommerlaub und auch bei mir geht es in diesem Jahr endlich mal wieder weiter weg… nur eben “etwas” länger und auch nicht so richtig in den Urlaub: etwa 13 Monate Brasilien – zum Studieren… und natürlich auch zum Reisen! Neben dem ganzen Organisationsaufwand den Auslandssemester bzw. längere Auslandsaufenthalte generell mit sich bringen, stellt sich mir als Veganerin jedoch natürlich auch eine ganz andere Frage: Wie und wo komme ich unterwegs an veganes Essen?

Zugegebenermaßen kann vegane (und auch vegetarische) Essensbeschaffung in einigen Regionen der Welt eine Herausforderung darstellen, aber: Don’t panic and always carry a towel!

Während sich die Antwort darauf, warum ihr stets ein Handtuch dabei haben und Einhörnern kein Geld geben solltet an anderer Stelle findet, ist es zumindest in meinem Interesse im Falle der Panik Abhilfe zu schaffen: Aus meinen eigenen Reiserfahrungen sowie aktuellen Vorbereitungen habe ich deshalb ein paar -hoffentlich nützliche- Tips und Links [führen alle zu Seiten auf englisch!] rund um das Thema Vegane Ernährung beim Backpacken/ auf der Reise zusammengestellt:

Be prepared!

→ Nehmt nützliches mit, nicht schönes! Unterwegs werdet ihr für (Taschen-)Messer, Besteck und Campinggeschirr im Gepäck dankbarer sein als für schicke Klamotten!

→ Vor allem bei Langstreckenflügen bei der Buchung darauf achten, dass ihr das richtige Essen für den Flug bestellt! Einen Artikel über veganes Essen in Flugzeugen mit einer Liste des veganen Angebots einiger Airlines findet ihr unter Happy Cow – Travel: Airline Meal.

→ Auch wenn euer Reiseveranstalter oder Airline euren Essenswunsch bestätigen, solltet ihr bei längeren Reisen dennoch ein paar (eingeschweißte) Snacks (z.B. Müsliriegel) im Handgepäck dabei haben! Nur weil etwas theoretisch (und auch manchmal praktisch) klappt, sieht die Realität dann doch eher so aus, dass sich bereits euer erster Flieger ein paar Stunden verspätet, ihr den Anschluss verpasst und dementsprechend leider gar kein passendes Essen mehr für euch an Bord ist! (In dem Fall unbedingt beim Flugpersonal nachfragen, ob sie nicht vielleicht doch noch iiirgendetwas auftreiben können – hat vor ein paar Jahren auf meinem Flug aus den USA nach Costa Rica ganz gut geklappt und ich habe immerhin noch ein paar Portionen Obst abbekommen!)

Vegan Passport: If all else fails...You don’t eat…what?

→ Eignet euch zumindest ein paar nützliche Sätze und Vokabeln in der Landessprache an! Klar, in vielen Regionen der Welt lässt es sich wunderbar mit Englisch auskommen, – dem die meisten wohl einigermaßen mächtig sein dürften -, in sehr vielen anderen jedoch nicht… und natürlich werdet ihr auch dort in die Situation kommen, erklären zu wollen, was ihr alles nicht esst. Wer keine Vegan PasssportLust, Zeit oder Talent hat, Sprachen zu lernen, dem ist sicherlich mit dem Vegan Passport geholfen, welcher in in 73 Sprachen (sowie Bildern) erklärt was VeganerInnen alles (nicht) essen. Außerdem finden sich auch auf der Seite Vegetarian Phrases einige nützliche Sätze in über 60 Sprachen.

Oft gibt es landestypische Gerichte (oder zumindest Beilagen) die ohnehin (fast) vegan sind! Erkundigt euch, um welche Speisen es sich dabei handelt. Meist ist es einfacher, ein Gericht “ohne XY” zu bestellen, als Köche oder Kellner mit wohlmöglich nie dagewesenen Wünschen – “irgendwas veganes“- zu überfordern. (Im mittelamerikanischen Raum gibt es z.B. viele Reis und Bohnen Gerichte, welche ohnehin vegan sind oder z.B. ohne Ei bestellt werden können und dann vegan sind! Andersherum gilt jedoch auch: Vorsicht, Dinge die nach “nur” eingekochten schwarzen Bohnen aussehen, können die widerlichste Fleischbrühe sein! Auch deshalb lohnt es sich, sich die Namen der Gerichte in der Landessprache zu merken und nicht nur “Bohnenzeug, vegan” in eurem Hinterstübchen abzuspeichern, mkay?).

Where’s the difference?

→ Ebenso wie es kulturell bedingt ist, ob ein bestimmtes Tier als “Essen”, “Freund”, “heilig” oder was auch immer angesehen wird, kann auch das, was euer Gegenüber als vegan oder vegetarisch definiert, gewissen Schwankungen unterliegen. Macht euch also vorher schlau, ob ein Satz wie “Ich esse kein Fleisch” (z.B. beim Bestellen eines Gerichts von dem ihr wisst, dass es keine Milchprodukte, Eier oder Honig enthält) tatsächlich zu einem veganen (oder überhaupt vegetarischen) Ergebnis führen wird: In Nicaragua wurde mir zum Beispiel Geflügel als “rein vegetarisch” angeboten. Als ich ablehnte, fügte die Person hinzu, dass es ja auch “in ganz kleine Stückchen geschnitten werden könne.” …Sit back, relax! Mit ein bisschen Geduld bekommt ihr am Ende doch noch einen Salat (oder doch wieder nur Bananen oder Reis)!

Markt in Nicaragua. (2010)Markt in Peru. (2006)

Where to eat? Where to sleep?

→ Der wohl beste und umfangreichste vegan-vegetarische Restaurantguide mit weltweiten Einträgen ist Happy Cow. Sucht vorher nach eurem Urlaubsziel und notiert euch, wo ihr für euch geeignetes Essen findet (die Smartphone-User laden alternativ vermutlich einfach die Happy-Cow-App runter über die ich jedoch nichts berichten kann, da ich ohne Telefon reise und auch sonst kein Smartphone nutze). Der VegGuide hat ebenfalls eine große Anzahl an veganen Restaurants gelistet, jedoch mit Fokus auf Nordamerika.

→ Auf Märkten habt ihr sehr gute Chancen auf Unmengen Gemüse und Obst! Abgesehen davon, dass zum Beispiel nichts über eine wirklich frische und reife Mango geht (welche euch natürlich je nach Reiseziel mitunter verwehrt bleibt) werden euch dort bestimmt auch so einige spannende Obst´- oder Gemüsesorten begegnen, die ihr noch nie zuvor gegessen habt!

Kokosnuss, Costa Rica. (2010)

→ Darüber hinaus lohnt es sich auch immer, die lokalen Supermärkte (im Zweifelsfall unter Zuhilfenahme eines Wörterbuchs) zu erkunden!

→ Bei Ausflügen in (sehr) abgelegene Regionen gilt ähnliches wie bei den Langstreckenflügen: lieber einen Snack oder ein paar Lebensmittel dabei haben, die einen für die entsprechende Zeit zur Not über Wasser halten – und sich darüber freuen, wenn es dann doch mehr als Kokosnüsse und Bananen gibt (nichts gegen Kokosnüsse und Bananen, aber nach ein paar Tagen wird das dann doch unschön).

→ Viele Hostels haben (mehr oder minder gut ausgestattete) Gemeinschaftsküchen und bieten somit die Möglichkeit sich selbst zu versorgen! (Meistgenutzter Reiseführer für Rucksackreisen in Irgendein Kühlschrank, irgendein Hostel, Panama. (2010)Lateinamerika war bei mir bisher der Lonely Planet, in welchem praktischerweise in vielen Fällen angegeben ist, ob eine Küche zur allgemeinen Nutzung im Hostel zu finden ist). Und sollte euer Hostel, Hütte, Zelt oder was auch immer, mal keine Küche oder Strom haben, habt ihr hoffentlich auf mich gehört und – statt irgendeinem überflüssigem Mist – Besteck und Geschirr eingepackt, das dann immerhin dabei hilft Salate oder andere einfache Rezepte, wie z.B. Guacamole, zuzubereiten.

Wer gar kein Geld für Übernachtungen ausgeben will, ist mit Couchsurfing gut beraten. Für die meisten Länder und Städte gibt es auf der Seite (im Forum) auch vegan/vegetarische Gruppen in denen ihr Kontakte knüpfen oder Tips einholen könnt. Mit ein bisschen Glück findet sich so direkt auch ein veganer Host, der/die dir für ein paar Tage seine oder ihre Couch zur Verfügung stellt, mit dir kocht oder dir die Stadt zeigt.

…and even more!
→  Eine Linksammlung zu veg* Essen, geordnet nach Kontinenten, findet ihr im Worldwide Vegetarian Directory.

→ Von vegetarian guides – mapping the world for vegetarians and vegans gibt es außerdem den International Vegetarian & Vegan Festivals Calender 2013 (v.A. UK, USA, AU).

→ Auf der Seite des weiter oben bereits erwähnten Restaurantguides Happy Cow gibt es außerdem Ratschläge für Vegan/Vegetarische Reisen, unter anderem mit weiteren Informationen zu besonders Veggie-freundlichen Reisezielen sowie Unterkünften.

→ Wenn ihr eure Hausaufgaben gemacht habt und der Landessprache eures Reiseziels halbwegs mächtig seid, findet ihr recht schnell viele weitere Informationen, wie Tierrechtsorganisationen und Veranstaltungen im jeweiligen Land, Produkt-Guides uvm.

→ Meine Veganismus in Brasilien-Recherche brachte, falls es jemanden interessiert, unter Anderem diese Ergebnisse:

[Die folgenden Seiten sind alle auf portugiesisch!]

→ Eine vegane Googlemap Brasiliens

Veganismo.org.br - Allgemeine Informationen zu Veganismus, sowie zu Restaurants, veganen Produkten etc.

O Guia Vegano - Vegan-Guide mit vielen Infos, Forum sowie Shop.

Vista-Se - Das größte vegetarische Infoportal aus Brasilien mit veganen News, Events uvm.

→ VEDDAS – Eine Tierrechtsorganisation aus São Paulo.

Sociedade Vegetariana Brasileira - Vegetarische Gesellschaft Brasilien.

zutaten

 

Euch fehlt hier ein Link zu einer Seite, die euch beim Reisen immer eine große Hilfe war? Hinterlasst gerne einen Kommentar unter diesem Artikel, damit alle daran teilhaben können!

gepostet am by Sarah in Blog, On The Road

4 Antworten auf VG Travel Tips: “Don’t give any money to the unicorns, it only encourages them.”

  1. Doris

    Hallo, super Zusammenstellung! Ich publiziere als Vegetarierin auch immer Tipps auf meiner Seite, Gerade habe ich in Bonn die VeggieCommunity ausprobiert, über die man ebenfalls vegane/vegetarische Empfehlungen für einen Ort erhalten kann: http://www.veggiecommunity.org/de/ Ist super gelungen ;-) lg Doris

  2. Andi

    Top – vielen Dank für die vielen Infos und Links! :-)

  3. Mark

    Danke für die Tipps. Nach meinen Erfahrungen ist es eher in nordischen Ländern schwierig vegane Speisen im Restaurant zu bekommen. Und selbst in Deutschland bekommt man, wenn man dann entnervt durch das blöde Gesicht des Kellners einfach Nudeln mit Tomatensoße bestellt, gerne Frischeinudeln hingestellt. ächtz… Am leichtesten tun sich Asiaten und die Mittelmeeranlieger mit Wünschen nach rein pflanzlicher Kost. Lg Mark (veganer Monteur in Europa)

  4. Tina

    Tolle Zusammenstellung! Ich habe bei Langstreckenflügen, die aus Teilflügen von mehreren Airlines bestehen, leider die Erfahrung gemacht, dass die Essenswünsche bei der zweiten Airline nicht ankamen. In den Fällen lohnt es sich durchaus, die Bestellung bei beiden Airlines vorab zu bestätigen.

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