Glasierte Auberginen

Aufgrund der aktuellen Lage mussten mein Freund und ich unsere Langzeit Reise leider abbrechen und sind letzte Woche zurück nach Hamburg geflogen. Ehrlich gesagt komme ich mir immer noch vor wie im falschen Film. Nach 14 Monaten Reise plötzlich nicht mehr fast dauerhaft draußen zu sein, im Zelt aufzuwachen und sich stattdessen in einer Wohnung zu befinden, ein, im Vergleich zu sonst, doch recht ausgestorbenes St. Pauli vor der Tür zu haben, mit allen Freund*innen wieder in Reichweite, aber genau wie in den letzten Monaten trotzdem noch einen Skype Anruf entfernt – all’ das wirkt auf mich immer noch so, als würde ich in den nächsten Minuten aus einem sehr skurrilen Traum aufwachen. Tue ich aber leider nicht. Stattdessen verbringe ich nun sehr viel Zeit zwischen Couch und Küche. Denn letztere – das ist natürlich klar – ist ein super Ort, um mit dem Kochen von leckerem Essen ein bisschen Zeit zu verplempern. Aus diesem Grund möchte ich nun auch wieder häufiger Rezepte mit euch teilen und nicht mehr wie bisher im zwei Wochen Takt.

Natürlich ist mir bewusst, dass viele (und das finde ich sehr vernünftig) auf mal eben für Zutaten zum Supermarkt rennen in der aktuellen Situation verzichten wollen. Sollt ihr auch gar nicht! Jedenfalls werde ich mir Mühe geben erst einmal Rezepte zu veröffentlichen, die mit wenigen Zutaten oder mit ohnehin oft in Vorratsschränken zu findenden Zutaten auskommen. Das heutige Rezept gehört irgendwie ein bisschen in beide Kategorien, da ich davon ausgehe, dass viele zumindest ein Erdnussbutter Glas sowie ein paar Gewürze im Schrank stehen haben. So müsst ihr bei eurer nächsten Tour in den Supermarkt hoffentlich maximal die Auberginen dazu kaufen und im Einkaufskorb bleibt viel Platz für weiteres Essen für die nächsten Tage. 

In diesem Sinne: Stay strong, stay home and cook vegan!

Rezepte für den veganen Tapas Abend

Viele von euch sitzen aktuell, so wie auch ich, sicherlich in (freiwilliger) Quarantäne und fragen sich, wie sie die Unmengen an plötzlich vorhandener Zeit anfangen sollen. Eine meiner Antworten darauf lautet: Ausgiebig kochen und endlich mal all’ jene Speisen zubereiten, die man schon längst mal ausprobieren wollte oder auch die für die sonst einfach nicht ausreichend Zeit bleibt. Kaum etwas eignet sich da so wunderbar zum reichlich Zeit mit Kochen verschwenden wie die Zubereitung von Tapas. Heute habe ich daher über 25 Rezepte aus meinem Archiv zusammengestellt, die sich alle wunderbar für einen Tapas Abend eignen und sich nach Lust und Laune kombinieren lassen. Die Mengenangaben in den jeweiligen Rezepten solltet ihr natürlich stark herunter schrauben – je nachdem, wie viele verschiedene Häppchen bei euch auf dem Tisch landen. 

Tepache

Was haben mexikanische Märkte, Streetfood Stände, Partys und Gefängnisse gemeinsam? Richtig! An all diesen Orten könnt ihr Tepache trinken. Während ich nur die Orte, an welchen das Getränk mit geringem Alkoholgehalt legal gebraut wird (außerhalb von Gefängnissen), für den nächsten Urlaub empfehlen würde, möchte ich heute das passende Rezept mit euch teilen, damit Tepache auch bei euch in der Küche einziehen darf. Straight out of mexican prison, sozusagen.

Bohnen Mais Eintopf

Eintopf ist immer gut! Er spendet Wärme an grauen und kalten Tagen, nimmt liebend gerne Reste die sich im Gemüsefach tummeln auf, lässt sich problemlos in großen Mengen zubereiten, für später einfrieren und macht sich auch wunderbar als bester Kumpel, wenn mal nur eine Herdplatte zur Verfügung steht (der Grund dafür ist dann hoffentlich, dass ihr im Urlaub vor eurem Canpingkocher sitzt). Ein ziemlich umgänglicher und vielseitiger Typ also, dieser Eintopf, dem man ruhig ab und an mal etwas Aufmerksamkeit schenken kann.

Artischockenherzen in Chili-Sauce

Diese Woche bleiben wir mit unseren Tellerchen noch einmal in Peru und es folgt ein weiterer Klassiker der peruanischen Küche. Genau wie letzte Woche ist auch das heutige Chili normalerweise nicht vegan, denn das Rezept ist an das im Land als “Ají de Gallina” (Chilli-Hühnchen) bekannte Gericht angelehnt. Statt Hühnern stecken in dieser Version jedoch Artischocken in der cremigen Chili-Nuss-Sauce. Und nein, die Artischocken schmecken deshalb nicht wie Hähnchen – wäre auch sehr seltsam. Wer näher ans Original heran möchte, kann für das Rezept einfach zu seinem Lieblings-Fleischersatz Produkt greifen und die Artischocken und Süßkartoffeln weglassen.

Causa Limeña

Mit der Causa Limeña geht es heute erneut kulinarisch nach Peru. Der Ursprung des Gerichts ist unklar und es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung. Während einige davon ausgehen, dass die Causa Limeña im 19. Jahrhundert entstand, geben andere an, dass die Entstehung schon wesentlich weiter zurückliegt und sogar auf Prähispanische Zeiten zurück geht. So oder so: Heute ist die Speise ein Klassiker der peruanischen Küche.

Normalerweise ist die, manchmal als Causa Limeña und manchmal als Causa Rellena (oder kurz als Causa) bezeichnete, Speise nicht vegan und enthält Fisch oder Fleisch. Wie so oft lässt sich jedoch super easy eine vegane Variante zaubern. Meine Version enthält daher unter anderem das hierzulande überall regional erhältliche Quinoa, Spinat sowie Avocado. Natürlich könnt ihr wunderbar auch andere Versionen nach Belieben zubereiten. In der Mayo-Füllung würde sich z.B. auch pulled Jackfruit sehr gut machen. Oder wie wäre es vielleicht mit diesem No Chicken Salad als mittlere Schicht? Der Fantasie sind auf jeden Fall keine Grenzen gesetzt! 

Bei der Causa handelt es sich um ein kalt serviertes Kartoffelgericht, welches meist als Vorspeise oder Beilage serviert wird. 

Falls ihr Lust habt das Rezept auszuprobieren, es euch aber zu aufwendig ist, die Causa mit einem Speisering anzurichten, habe ich noch einen Tipp für euch: Greift einfach zu einer großen Auflaufform und schichtet die Zutaten darin. Sieht dann natürlich nicht ganz so hübsch aus, ist dafür aber wesentlich schneller zubereitet. 

Llapingachos

„Llaping – Was bitte?“ dürften bei dem Titel viele von euch fragen. Llapingachos (manchmal auch „Yapingachos“) sind ein traditionelles Gericht aus der ecuadorianischen Andenregion. In Übersetzungen werden sie manchmal auch als „Kartoffel-Pancakes“, „Kartoffel-Tortillas“ oder auch „Kartoffelpuffer“ bezeichnet. Auch wenn keine dieser Übersetzungen so richtig trifft wobei es sich bei Llapingachos wirklich handelt, liegt die Wahrheit zumindest irgendwo in der Nähe. Sagen wir also einfach weiter Llapingachos oder meinetwegen auch Kartoffel-Mopeds, wenn ihr unbedingt einen deutschen Namen wollt. Ansonsten hier nochmal zum mitsprechen: Ya-Pin-Gatscho. Ist doch gar nicht so schwer, oder?

Nun aber „Butter bei die Kartoffel-Mopeds“ (oder wie war dieses Sprichwort gleich?): Was sind sie nun, diese Llapingdingsbums? Im Endeffekt handelt es sich um gefüllte Patties aus Kartoffelbrei. Aufgrund der Füllung (Käse) sowie den normalerweise dazu gereichten Toppings und Beilagen sind Llapingachos meist jedoch nicht vegan. Darauf landet außerdem eine Erdnuss-Sauce.

Wan Tan Suppe mit Shiitake, Erbsen & Koriander

Ahoi und willkommen in einem neuen Jahr voller Leckereien! Los geht’s mit dieser Wan Tan Suppe, denn schließlich sind heiße Süppchen so ziemlich das Beste, was Mensch zur grauen und kalten Jahreszeit passieren kann. Damit es auf dem Suppenteller nicht langweilig wird tummeln sich in der heutigen Suppe Wan Tans. Natürlich mit einer schmackofatz Füllung aus Shiitake, Soja, Spinat, Erbsen und Paranüssen.

Ihr werdet im Rezept schnell entdecken, dass die Füllung für einen ganzen Haufen Wan Tans reicht – vermutlich für mehr als die meisten von euch an einem Abend verdrücken werden. Hierzu ein Tipp: Ihr könnt die fertig gefüllten Wan Tans (ungekocht!) einfach einfrieren. So könnt ihr einerseits auch eine größere Packung Wan Tan Teig komplett verarbeiten und habt direkt noch eine Einlage für kommende Suppen parat. Super praktisch, oder?

Quinoa Patties

Seit ein paar Wochen bin ich nun in den peruanischen Anden unterwegs, irgendwo auf zwischen 3000 und über 4000 Höhenmetern. Also mitten im Herzen der Quinoa Anbauregion. Die Pflanze verträgt die dünne Luft hier oben nämlich verdammt gut. Quinoa wird in Peru bereits seit tausenden Jahren kultiviert. Bei den Inka zählte das Korn zu einem der Hauptnahrungsmittel. Allerdings verschwand Quinoa mit Ankunft der spanischen Eroberer fast komplett von den Tellern. Der Grund dafür ist simpel, dafür aber irgendwie auch ziemlich skurril: Quinoa wurde (ebenso wie Amaranth) als “unchristlich” verboten. Die Strafe für den Anbau beider Pflanzen: der Tod. Natürlich war eine Todesstrafe eine wenig verlockende Aussicht und so verschwand das Korn für längere Zeit fast komplett von den Tellern. Ein paar Jahrhunderte später, also heute, landet Quinoa in der Andenregion wieder extrem häufig auf den Tellern. Natürlich nicht nur hier, denn wie ihr wisst bekam Quinoa in Europa vor ein paar Jahren seinen Ruf als “Superfood” weg und wird inzwischen entsprechend in größeren Mengen importiert. Der größte Exporteur ist heute übrigens, ihr erratet es vielleicht schon, natürlich Peru. 

Aber, good news, ihr findet in Deutschland inzwischen auch regional angebauten Quinoa! Soweit mir bekannt, gibt es inzwischen mindestens zwei deutsche Quinoa Produzenten (unbezahlte Werbung, aufgrund Markennennungen/Verlinkungen): den Hof Drerup bei Münster sowie die  Bohlsener Mühle, die Quinoa in Norddeutschland anbaut. Leider nicht bekannt ist mir, ob darunter auch schwarzes Quinoa (welches ich für dieses Rezept verwendet habe) zu finden ist. Falls ihr das wisst oder euch noch andere Produzenten bekannt sind die Quinoa im deutschsprachigen Raum anbauen, würde ich mich über einen Kommentar freuen! 

Bevor ich euch nun ins Rezept entlasse, zunächst noch ein paar Worte zum Thema Quinoa Sorten. Sicherlich habt ihr im Supermarkt bereits gesehen, dass Quinoa in hell, rot oder schwarz (oder auch gemischt) angeboten wird. Doch gibt es eigentlich einen Unterschied? Absolut – nicht nur einen! Die kleinen bunten Körner haben nämlich nicht voneinander abweichende Zusammensetzungen hinsichtlich der Nährwerte, sondern auch einen leicht unterschiedlichen Geschmack sowie Konsistenz nach dem Kochen. Das in Deutschland am meisten verbreitete helle Quinoa stellt die weichste Variante dar, während schwarzes Quinoa nach dem Garen noch vergleichsweise fest ist. Die rote Variante liegt irgendwo dazwischen. Für dieses Rezept würde ich euch die schwarze oder rote Variante empfehlen. 

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