Cashew-Hefeschmelz (glutenfrei)

Manchmal erfindet man rein zufällig ein tolles Rezept. So auch geschehen bei diesem glutenfreien Hefeschmelz. Eigentlich sollte es ein „normaler“ Hefeschmelz auf Basis einer Mehlschwitze werden sollte, der eben zusätzlich gemahlene Cashews enthält. So weit, so gut. Dann kam jedoch irgendwer, der gestern Abend spontan Pakoras wollte und kein Kichererbsenmehl im Haus hatte, auf die Idee das letzte Mehl für Gemüse im Teigmantel zu verwenden – schummel Pakoras sozusagen. Denn: Wer lässt denn so einen mickrigen Rest Mehl übrig? Fragte ich mich gestern. Bei irgendwem handelt es sich natürlich um mich.

Entsprechend stand ich vorhin ein paar Minuten etwas doof mit meinen eingeweichten Cashews in der Küche, während mir einfiel: Der jämmerliche Rest Mehl war ein kluger Schachzug, den mein Vergangenheits-ich vor ein paar Tagen beim Flammkuchen machen extra für Hefeschmelz aufbewahrt hatte. Schließlich hatte ich mein Essen für die nächsten Tage geplant und wusste entsprechend schon, dass es diese Woche noch einen Auflauf mit Hefeschmelz geben soll und sich gerade keine weitere Packung Mehl im Schrank befindet. So viel zu meiner guten Quarantäne-Essens-Planung und der, nun ja, zeitweise verbesserungswürdigen Umsetzung.

Nach diesem Aha-Moment musste ich natürlich improvisieren. Schließlich waren meine Cashews bereits eingeweicht und der Auflauf ansonsten fertig. Kurz darauf hatte ich jedoch einen neuen Plan, der mir ganz gut gefiel: Einen Cashew-Hefeschmelz basteln, der sich ebenso für Menschen mit einer Unverträglichkeit gegen Gluten eignet.

Da ihr nun diese Zeilen lest und das Rezept es somit auf den Blog geschafft hat, muss ich wohl nicht extra erwähnen, dass es gut geklappt und geschmeckt hat, oder? Und ganz nebenbei möchte ich nochmal betonen: Da das ganze mit Cashews ist, ist es als ohnehin geiler als normaler Hefeschmelz und sogar nicht nur glutenfrei sondern ebenso nussfrei (letzteres hatten wir ja an dieser Stelle schon seit ein paar Rezepten nicht mehr). Klugscheissermodus an: Sollte dir bei dem letzten Satz ein „Hä?“ entgleist sein, tu mir einen Gefallen bevor du einen Nuss-Kommentar unter diesen Beitrag setzt: Vorher bitte Cashews googeln. Letzteres ist übrigens auch eine gute Idee, wenn du nicht weißt, wie genau die Dinger wachsen. Als ich vor einigen Jahren das erste Mal Cashew Saft (aus der Frucht, nicht aus dem Kern) in Brasilien getrunken habe und kurz darauf vor einem Cashewbaum stand, war ich nämlich wirklich starkt beeindruckt – und fühlte mich überaus uninformiert über meinen allerliebsten Kern.

Die Menge reicht für einen mittelgroßen Auflauf

  • 80g Cashews
  • 8 EL Hefeflocken
  • 1 TL Senf
  • 1 TL Maisstärke
  • 1 TL Senf (mittelscharf)
  • Salz
  • Leitungswasser
  • Optional: Knoblauchpulver
  • Optional: Paprikapulver
  • Optional: Zwiebelpulver

Die Cashews in ein Schälchen geben und über Nacht in Wasser einweichen. Wer einen Mixer mit viel Power hat, kann die Cashews auch kürzer einweichen lassen.

Am nächsten Tag ggf. einen Teil des Wasser abgießen (je nachdem, wie viel Wasser ihr verwendet habt). Die Cashews können ruhig noch knapp mit Wasser bedeckt sein. Senf, Maisstärke und Gewürze könnt ihr vor dem Pürieren hinzugeben. Die Cashewmasse sollte erst einmal recht flüssig und keine Pampe / Dip werden. Gegebenenfalls noch etwas Wasser hinzugeben.

Die Cashewmasse in einen kleinen Topf geben. Die Hefeflocken einrühren. Unter ständigem rühren (wichtig, damit der Schmelz nicht anbrennt) aufkochen lassen. Ein paar Sekunden köcheln lassen, dann sollte euer Schmelz bereits eingedickt sein und die richtige Konsistenz haben.

Zu flüssig? Rühr noch etwas Maisstärke mit so wenig (!) Wasser wie möglich an (klumpt ansonsten, wenn du sie direkt in den Schmelz gibst) und zum Schmelz geben. Nochmal kurz aufkochen.

Zu fest? Einfach etwas mehr Wasser einrühren.

Eignet sich für Aufläufe, Pizza und so ziemlich alles, was ihr sonst noch so überbacken wollt.


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