Cola de Mono

Weihnachten steht kurz bevor. Bestimmt ist euer opulentes veganes Festtagsmenü schon fertig geplant. Vielleicht graust euch aber auch bereits vor den Jahr um Jahr gleichen „Was kannst du denn dann noch essen?“ und „Zumindest an Weihnachten kannst du Oma zuliebe doch mal eine Ausnahme von deiner seltsamen Ernährung machen.“-Diskussionen mit der Familie, welche mit viel Glück ein paar Knödel und ein bisschen Rotkohl für den Pflanzenfresser der Familie eingeplant haben. Während ich hoffe, dass ihr euch in ersterer Position befindet, ist letztlich in beiden Situationen klar: Ein leckerer Drink (oder vielleicht auch fünf) nach dem gemeinsamen Essen können sicherlich nicht schaden. Aus diesem Grund möchte ich euch heute einen Cocktail vorstellen, der schon lange zur chilenischen Küche gehört und in Chile insbesondere zu Weihnachten und Neujahr in rauen Mengen fließt.

Das leckere Gerät trägt den seltsamen Namen „Affenschwanz“ („Cola de Mono“, manchmal auch „Colemono“ genannt). Um die Herkunft des Cocktails und seinen sonderlichen Namen ranken sich viele Geschichten, welche zumindest eins gemeinsam haben: alle die mir bekannt sind handeln von einem ehemaligen Präsidenten Chiles, Pedro Montt Montt (im Amt von 1906 bis 1910). Mal handelt es sich um Geschichten von Feierlichkeiten bei denen Montt Montt zu Gast war, andere Drinks zu später Stunde ausgingen und zufällig der erste „Cola de Mono“ zusammengekippt wurde, während er laut anderen Erzählungen seine erfolgreiche Wahl mit dem Getränk in einer Eisdiele gefeiert haben soll. Eine der in den Geschichten auftauchenden Erklärungen für den Namen ist, dass der „Affenschwanz“ ursprünglich anders hieß und dem Präsidenten nach „Colt de Montt“ (der Revolver von Montt) genannt wurde. Hieraus soll zunächst eine Kurzform des Namens (Col e mon) entstanden sein, welche im Laufe der Zeit zum, auch heute noch genutzten, „Colemono“ sowie später dann zu „Cola de Mono“ wurde. Klingt ja – inbesondere nach ein paar Gläschen gelallt – auch irgendwie alles sehr ähnlich, oder? Aber: Das sind alles nur Theorien. Letztlich scheint sich aus der Vielzahl der Geschichten jedoch zu ergeben, dass Chile Montt Montt auf irgendeine Art und Weise einen seiner heute beliebtesten Drinks verdankt und dieser bereits seit über 100 Jahren auf den Tischen landet – und irgendwie auch, dass Montt Montt ein Freund von Feierlichkeiten, seinem Revolver und vollen Schnapsgläsern war.

Doch zurück in die Gegenwart. Heute existieren viele Versionen des Getränks. Die Grundzutaten – Milch, Kaffee, Zucker und Pisco – erinnern zunächst ein bisschen an einen White Russian. Beim Cola de Mono dürfen allerdings auch die Gewürze nicht fehlen. Meist sind es Zimtstangen, Vanille und Gewürznelken. Manchmal werden auch Muskatnuss, Orangenschale, Kardamomkapseln oder Anis für den Cocktail verwendet. Das heutige Rezept – meine Lieblingsversion des Drinks – stellt daher nur eine von vielen Varianten dar, welche ihr nach Belieben mit den genannten Zutaten abwandeln oder ergänzen könnt.

In diesem Sinne: Testet das Rezept, kommt gut durch die Feiertage und natürlich „Prost“!

Grundzutaten

  • 1 Liter Mandelmilch (oder andere pflanzliche Milch, am besten ungesüßt)
  • 300ml Pisco (oder anderer Weinbrand)
  • ca. 140ml Espresso
  • etwa 75g Zucker (mehr oder weniger nach Belieben)

Gewürze (können nach Belieben variiert werden)

  • Vanille (1 TL Extrakt oder Vanille aus 1 Stange)
  • 3 Gewürznelken
  • 1 Zimtstange
  • 1 Prise Muskatnuss
  • Optional: Orangenschalen, Kardamomkapseln oder Anis

Die pflanzliche Milch mit den Gewürzen (außer dem Vanille Extrakt, sofern verwendet) aufkochen. Mandelmilch finde ich persönlich am passendsten. Wer lieber zu Hafer, Cashew oder ähnlichem greifen will: Nur zu, nehmt einfach eure Lieblings-Milch!

Den Zucker darin auflösen. Ich würde euch raten erst einmal nur einen Teil des Zuckers zu verwenden. Nachsüßen könnt ihr später immer noch!

Den Espresso hinzugeben. In Chile landet meist Instant Kaffeepulver im Cola de Mono. Als Kaffee-Liebhaber möchte ich da weinen und greife deshalb lieber zu Espresso.

Warten bis die Mischung abgekühlt ist.

Pisco und, wenn verwendet, Vanille Extrakt einrühren.

Mit Pisco und Zucker abschmecken.

Optional: zum Servieren mit Zimtpulver bestreuen.

Cola de Mono wird übrigens meist kalt (aus dem Kühlschrank) und ohne Eis getrunken.

Cheers!

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