Quinoa Patties

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Seit ein paar Wochen bin ich nun in den peruanischen Anden unterwegs, irgendwo auf zwischen 3000 und über 4000 Höhenmetern. Also mitten im Herzen der Quinoa Anbauregion. Die Pflanze verträgt die dünne Luft und die auch gerne mal extrem schwankenden Temperaturen so hoch in den Bergen nämlich verdammt gut.

Quinoa wird in Peru bereits seit tausenden Jahren kultiviert. Bei den Inka zählte das Korn zu einem der Hauptnahrungsmittel. Allerdings verschwand Quinoa mit Ankunft der spanischen Eroberer fast komplett von den Tellern. Der Grund dafür ist simpel, dafür aber auch ziemlich skurril: Quinoa wurde (ebenso wie Amaranth) als “unchristlich” verboten. Die Strafe für den Anbau beider Pflanzen: der Tod. Natürlich war eine Todesstrafe eine wenig verlockende Aussicht und so verschwand das Korn für längere Zeit fast komplett von den Tellern. Ein paar Jahrhunderte später, also heute, landet Quinoa in der Andenregion wieder extrem häufig auf den Tellern. Natürlich nicht nur hier, denn seitdem Quinoa fernab der Anden als “Superfood” vermarktet wird, werden natürlich entsprechend große Mengen exportiert. Der größte Exporteur ist heute übrigens, ihr erratet es vielleicht schon, natürlich Peru.

Aber, good news, ihr findet in Deutschland inzwischen auch regional angebautes Quinoa! Soweit mir bekannt ist gibt es inzwischen mindestens zwei (vermutlich sind es dutzende mehr und ich weiß es einfach nicht) deutsche Quinoa Produzenten (unbezahlte Werbung, aufgrund Markennennungen/Verlinkungen): den Hof Drerup, der Quinoa bei Münster, sowie die  Bohlsener Mühle, die in Norddeutschland anbaut. Leider nicht bekannt ist mir, ob darunter auch schwarzes Quinoa (welches ich für dieses Rezept verwendet habe) zu finden ist. Falls ihr das wisst oder noch andere Marken kennt die Quinoa aus regionalem Anbau anbieten, würde ich mich über einen Kommentar freuen!

Sicherlich habt ihr im Supermarkt bereits gesehen, dass Quinoa in hell, rot oder schwarz (oder auch gemischt) angeboten wird. Doch gibt es eigentlich einen Unterschied? Absolut – nicht nur einen! Die kleinen bunten Körner haben nämlich nicht nur voneinander abweichende Zusammensetzungen hinsichtlich der Nährwerte, sondern haben auch gekocht einen leicht unterschiedlichen Geschmack sowie Konsistenz. Die in Deutschland am weitesten verbreitete Quinoa-Sorte (helles Quinoa) ist gekocht am weichsten und hat die kürzeste Garzeit, während schwarzes Quinoa nach dem Garen noch vergleichsweise fest ist und etwas länger gekocht werden muss. Rotes Quinoa liegt irgendwo dazwischen. Für dieses Rezept würde ich euch das Korn in schwarz oder rot empfehlen.

Übrigens landet Quinoa in Peru meist in Salaten, Suppen oder als Beilage auf den Tellern. Quinoa-Patties hingegen sind nur wenig peruanisch, da rein pflanzliche Küche hier leider noch nicht so verbreitet ist wie in Europa. Fertige vegane Patties im Supermarkt? Fehlanzeige. Da ist Peru noch weit vom veganen Burgerpatty-Hype, der ja scheinbar im letzten Jahr in deutschen Supermarktregalen grasierte, weit entfernt. Wie ihr euch denken könnt, habe ich die meisten der in den sozialen Netzwerken abgefeierten neuen veganen Fertig-Burger, nicht probiert, da ich das gesamte Jahr in Südamerika verbracht habe. Aber wisst ihr was? Das ist letztlich auch gar nicht so wichtig. Denn obwohl ich den ein oder anderen davon, wenn ich irgendwann wieder in Deutschland bin, sicherlich noch testen werde,  bin ich mir trotzdem sicher: Selbstgemachte Patties sind einfach die geilsten und für mich persönlich kann kein fake Fleisch der Welt mit selbst zusammengebastelten Bohnen, Linsen oder eben auch Quinoa-Bratlingen mithalten.

Last but not least, bevor ich euch nun ins Rezept entlasse, wünsche ich euch schonmal einen guten Rutsch! Das nächste Rezept gibt es nämlich erst im nächsten Jahr. In diesem Sinne: habt ein feines Silvester und böllert nicht!

Quinoa Patties

Natürlich könnt ihr die Quinoa Patties mit euren liebsten Zutaten einfach auf einen Burger schmeißen. Gut passen zum Beispiel getrocknete Tomaten, gegrilltes Gemüse, Guacamole, Hummus oder Rucola. Alternativ passen die Patties z.B.  zu einem Salat oder auf einen bunten, Südamerika-inspirierten Falafel-Teller ohne Falafel. :)
Zubereitungszeit1 Std. 30 Min.
Arbeitszeit40 Min.
6 Quinoa Patties

Zutaten

  • 180 g Quinoa schwarz
  • 2 EL Chili gehackt
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 90 g Kichererbsenmehl alternativ funktionieren auch andere Mehlsorten, z.B. Kastanienmehl oder Weizenmehl
  • ca. 40 g Haferflocken
  • 2 EL Chia- oder Leinsamen
  • 1 kleine Möhre
  • 1 TL Smoked Paprika alternativ: anderes Paprikapulver
  • 2 TL Oregano
  • Pfeffer schwarz
  • Salz
  • Öl

Zubereitung

Quinoa kochen: So wirds richtig gemacht

  • Quinoa zunächst waschen. Dies ist wichtig, damit die enthaltenen Bitterstoffe (Saponine) ausgespült werden. Quinoa hierfür einfach in ein feines Sieb geben und unter kaltem oder lauwarmen Wasser gründlich abspülen.
  • Im Anschluss in gesalzenem Wasser (mindestens 2 Cups Wasser verwenden, also doppelt so viel wie Quinoa) kochen. Dies dauert etwa 10-20 Minuten und ist von der verwendeten Sorte Quinoa abhängig (helles Quinoa hat die kürzeste Garzeit, rotes sowie schwarzes brauchen etwas länger). Probiert einfach, ob der Quinoa schon gar ist. Quinoa sieht, wenn er gar ist, übrigens leicht glasig aus. Es reicht zum Garen des Anden-Korns übrigens, wenn das Wasser köchelt. Nach dem Kochen wieder in das feine Sieb geben und gut abtropfen lassen.

Ran an die Patties!

  • Chili, Zwiebel und Knoblauch hacken. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Zunächst die gehackte Zwiebel glasig braten. Kurz bevor diese fertig ist den Knoblauch und Chili hinzugeben und beides kurz mit anschwitzen.
  • Die Möhre reiben.
  • Geriebene Möhre, angebratene Zutaten, Quinoa, (Kichererbsen-)Mehl, Haferflocken, Chia- oder Leinsamen sowie Gewürze in eine Schale geben. Die Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles gut durchkneten. Für mindestens eine halbe Stunde kalt stellen. Wenn euch die Masse noch nicht Burger-geeignet erscheint (zu weich oder klebrig zum Formen) noch etwas zusätzliches Mehl hinzugeben.
  • Vorsichtig sechs Bratlinge aus der Masse formen – zumindest dann, wenn es Burger werden sollen. Sollen die Patties nicht auf Burgern landen, könnt ihr natürlich auch Mini-Bratlinge oder auch Quinoa-Bällchen daraus formen.

Jetzt nur noch anbraten!

  • Erneut Öl in einer Pfanne (am besten eine große nehmen, damit ihr mehrere Patties gleichzeitig braten könnt) erhitzen. Die Quinoa Patties von jeder Seite für ein paar Minuten anbraten bis sie goldbraun sind. Am besten nur einmal wenden, das mindert das Risiko, dass ihr eure Patties beim Wenden zerstört.
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