Tepache

Was haben mexikanische Märkte, Streetfood Stände, Partys und Gefängnisse gemeinsam? Richtig! An all diesen Orten könnt ihr Tepache trinken. Während ich nur die Orte, an welchen das Getränk mit geringem Alkoholgehalt legal gebraut wird (außerhalb von Gefängnissen), für den nächsten Urlaub empfehlen würde, möchte ich heute das passende Rezept mit euch teilen, damit Tepache auch bei euch in der Küche einziehen darf. Straight out of mexican prison, sozusagen.

Bohnen Mais Eintopf

Eintopf ist immer gut! Er spendet Wärme an grauen und kalten Tagen, nimmt liebend gerne Reste die sich im Gemüsefach tummeln auf, lässt sich problemlos in großen Mengen zubereiten, für später einfrieren und macht sich auch wunderbar als bester Kumpel, wenn mal nur eine Herdplatte zur Verfügung steht (der Grund dafür ist dann hoffentlich, dass ihr im Urlaub vor eurem Canpingkocher sitzt). Ein ziemlich umgänglicher und vielseitiger Typ also, dieser Eintopf, dem man ruhig ab und an mal etwas Aufmerksamkeit schenken kann.

Artischockenherzen in Chili-Sauce

Diese Woche bleiben wir mit unseren Tellerchen noch einmal in Peru und es folgt ein weiterer Klassiker der peruanischen Küche. Genau wie letzte Woche ist auch das heutige Chili normalerweise nicht vegan, denn das Rezept ist an das im Land als “Ají de Gallina” (Chilli-Hühnchen) bekannte Gericht angelehnt. Statt Hühnern stecken in dieser Version jedoch Artischocken in der cremigen Chili-Nuss-Sauce. Und nein, die Artischocken schmecken deshalb nicht wie Hähnchen – wäre auch sehr seltsam. Wer näher ans Original heran möchte, kann für das Rezept einfach zu seinem Lieblings-Fleischersatz Produkt greifen und die Artischocken und Süßkartoffeln weglassen.

Causa Limeña

Mit der Causa Limeña geht es heute erneut kulinarisch nach Peru. Der Ursprung des Gerichts ist unklar und es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung. Während einige davon ausgehen, dass die Causa Limeña im 19. Jahrhundert entstand, geben andere an, dass die Entstehung schon wesentlich weiter zurückliegt und sogar auf Prähispanische Zeiten zurück geht. So oder so: Heute ist die Speise ein Klassiker der peruanischen Küche.

Normalerweise ist die, manchmal als Causa Limeña und manchmal als Causa Rellena (oder kurz als Causa) bezeichnete, Speise nicht vegan und enthält Fisch oder Fleisch. Wie so oft lässt sich jedoch super easy eine vegane Variante zaubern. Meine Version enthält daher unter anderem das hierzulande überall regional erhältliche Quinoa, Spinat sowie Avocado. Natürlich könnt ihr wunderbar auch andere Versionen nach Belieben zubereiten. In der Mayo-Füllung würde sich z.B. auch pulled Jackfruit sehr gut machen. Oder wie wäre es vielleicht mit diesem No Chicken Salad als mittlere Schicht? Der Fantasie sind auf jeden Fall keine Grenzen gesetzt! 

Bei der Causa handelt es sich um ein kalt serviertes Kartoffelgericht, welches meist als Vorspeise oder Beilage serviert wird. 

Falls ihr Lust habt das Rezept auszuprobieren, es euch aber zu aufwendig ist, die Causa mit einem Speisering anzurichten, habe ich noch einen Tipp für euch: Greift einfach zu einer großen Auflaufform und schichtet die Zutaten darin. Sieht dann natürlich nicht ganz so hübsch aus, ist dafür aber wesentlich schneller zubereitet. 

Llapingachos

„Llaping – Was bitte?“ dürften bei dem Titel viele von euch fragen. Llapingachos (manchmal auch „Yapingachos“) sind ein traditionelles Gericht aus der ecuadorianischen Andenregion. In Übersetzungen werden sie manchmal auch als „Kartoffel-Pancakes“, „Kartoffel-Tortillas“ oder auch „Kartoffelpuffer“ bezeichnet. Auch wenn keine dieser Übersetzungen so richtig trifft wobei es sich bei Llapingachos wirklich handelt, liegt die Wahrheit zumindest irgendwo in der Nähe. Sagen wir also einfach weiter Llapingachos oder meinetwegen auch Kartoffel-Mopeds, wenn ihr unbedingt einen deutschen Namen wollt. Ansonsten hier nochmal zum mitsprechen: Ya-Pin-Gatscho. Ist doch gar nicht so schwer, oder?

Nun aber „Butter bei die Kartoffel-Mopeds“ (oder wie war dieses Sprichwort gleich?): Was sind sie nun, diese Llapingdingsbums? Im Endeffekt handelt es sich um gefüllte Patties aus Kartoffelbrei. Aufgrund der Füllung (Käse) sowie den normalerweise dazu gereichten Toppings und Beilagen sind Llapingachos meist jedoch nicht vegan. Darauf landet außerdem eine Erdnuss-Sauce.

Wan Tan Suppe mit Shiitake, Erbsen & Koriander

Ahoi und willkommen in einem neuen Jahr voller Leckereien! Los geht’s mit dieser Wan Tan Suppe, denn schließlich sind heiße Süppchen so ziemlich das Beste, was Mensch zur grauen und kalten Jahreszeit passieren kann. Damit es auf dem Suppenteller nicht langweilig wird tummeln sich in der heutigen Suppe Wan Tans. Natürlich mit einer schmackofatz Füllung aus Shiitake, Soja, Spinat, Erbsen und Paranüssen.

Ihr werdet im Rezept schnell entdecken, dass die Füllung für einen ganzen Haufen Wan Tans reicht – vermutlich für mehr als die meisten von euch an einem Abend verdrücken werden. Hierzu ein Tipp: Ihr könnt die fertig gefüllten Wan Tans (ungekocht!) einfach einfrieren. So könnt ihr einerseits auch eine größere Packung Wan Tan Teig komplett verarbeiten und habt direkt noch eine Einlage für kommende Suppen parat. Super praktisch, oder?

Quinoa Patties

Seit ein paar Wochen bin ich nun in den peruanischen Anden unterwegs, irgendwo auf zwischen 3000 und über 4000 Höhenmetern. Also mitten im Herzen der Quinoa Anbauregion. Die Pflanze verträgt die dünne Luft hier oben nämlich verdammt gut. Quinoa wird in Peru bereits seit tausenden Jahren kultiviert. Bei den Inka zählte das Korn zu einem der Hauptnahrungsmittel. Allerdings verschwand Quinoa mit Ankunft der spanischen Eroberer fast komplett von den Tellern. Der Grund dafür ist simpel, dafür aber irgendwie auch ziemlich skurril: Quinoa wurde (ebenso wie Amaranth) als “unchristlich” verboten. Die Strafe für den Anbau beider Pflanzen: der Tod. Natürlich war eine Todesstrafe eine wenig verlockende Aussicht und so verschwand das Korn für längere Zeit fast komplett von den Tellern. Ein paar Jahrhunderte später, also heute, landet Quinoa in der Andenregion wieder extrem häufig auf den Tellern. Natürlich nicht nur hier, denn wie ihr wisst bekam Quinoa in Europa vor ein paar Jahren seinen Ruf als “Superfood” weg und wird inzwischen entsprechend in größeren Mengen importiert. Der größte Exporteur ist heute übrigens, ihr erratet es vielleicht schon, natürlich Peru. 

Aber, good news, ihr findet in Deutschland inzwischen auch regional angebauten Quinoa! Soweit mir bekannt, gibt es inzwischen mindestens zwei deutsche Quinoa Produzenten (unbezahlte Werbung, aufgrund Markennennungen/Verlinkungen): den Hof Drerup bei Münster sowie die  Bohlsener Mühle, die Quinoa in Norddeutschland anbaut. Leider nicht bekannt ist mir, ob darunter auch schwarzes Quinoa (welches ich für dieses Rezept verwendet habe) zu finden ist. Falls ihr das wisst oder euch noch andere Produzenten bekannt sind die Quinoa im deutschsprachigen Raum anbauen, würde ich mich über einen Kommentar freuen! 

Bevor ich euch nun ins Rezept entlasse, zunächst noch ein paar Worte zum Thema Quinoa Sorten. Sicherlich habt ihr im Supermarkt bereits gesehen, dass Quinoa in hell, rot oder schwarz (oder auch gemischt) angeboten wird. Doch gibt es eigentlich einen Unterschied? Absolut – nicht nur einen! Die kleinen bunten Körner haben nämlich nicht voneinander abweichende Zusammensetzungen hinsichtlich der Nährwerte, sondern auch einen leicht unterschiedlichen Geschmack sowie Konsistenz nach dem Kochen. Das in Deutschland am meisten verbreitete helle Quinoa stellt die weichste Variante dar, während schwarzes Quinoa nach dem Garen noch vergleichsweise fest ist. Die rote Variante liegt irgendwo dazwischen. Für dieses Rezept würde ich euch die schwarze oder rote Variante empfehlen. 

Cola de Mono

Weihnachten steht kurz bevor. Bestimmt ist euer opulentes veganes Festtagsmenü schon fertig geplant. Vielleicht graust euch aber auch bereits vor den Jahr um Jahr gleichen “Was kannst du denn dann noch essen?” und “Zumindest an Weihnachten kannst du Oma zuliebe doch mal eine Ausnahme von deiner seltsamen Ernährung machen.”-Diskussionen mit der Familie, welche mit viel Glück ein paar Knödel und ein bisschen Rotkohl für den Pflanzenfresser der Familie eingeplant haben. Während ich hoffe, dass ihr euch in ersterer Position befindet, ist letztlich in beiden Situationen klar: Ein leckerer Drink (oder vielleicht auch fünf) nach dem gemeinsamen Essen können sicherlich nicht schaden. Aus diesem Grund möchte ich euch heute einen Cocktail vorstellen, der schon lange zur chilenischen Küche gehört und in Chile insbesondere zu Weihnachten und Neujahr in rauen Mengen fließt.

Das leckere Gerät trägt den seltsamen Namen “Affenschwanz” (“Cola de Mono”, manchmal auch “Colemono” genannt). Um die Herkunft des Cocktails und seinen sonderlichen Namen ranken sich viele Geschichten, welche zumindest eins gemeinsam haben: alle die mir bekannt sind handeln von einem ehemaligen Präsidenten Chiles, Pedro Montt Montt (im Amt von 1906 bis 1910). Mal handelt es sich um Geschichten von Feierlichkeiten bei denen Montt Montt zu Gast war, andere Drinks zu später Stunde ausgingen und zufällig der erste “Cola de Mono” zusammengekippt wurde, während er laut anderen Erzählungen seine erfolgreiche Wahl mit dem Getränk in einer Eisdiele gefeiert haben soll. Eine der in den Geschichten auftauchenden Erklärungen für den Namen ist, dass der “Affenschwanz” ursprünglich anders hieß und dem Präsidenten nach “Colt de Montt” (der Revolver von Montt) genannt wurde. Hieraus soll zunächst eine Kurzform des Namens (Col e mon) entstanden sein, welche im Laufe der Zeit zum, auch heute noch genutzten, “Colemono” sowie später dann zu “Cola de Mono” wurde. Klingt ja – inbesondere nach ein paar Gläschen gelallt – auch irgendwie alles sehr ähnlich, oder? Aber: Das sind alles nur Theorien. Letztlich scheint sich aus der Vielzahl der Geschichten jedoch zu ergeben, dass Chile Montt Montt auf irgendeine Art und Weise einen seiner heute beliebtesten Drinks verdankt und dieser bereits seit über 100 Jahren auf den Tischen landet – und irgendwie auch, dass Montt Montt ein Freund von Feierlichkeiten, seinem Revolver und vollen Schnapsgläsern war.

Doch zurück in die Gegenwart. Heute existieren viele Versionen des Getränks. Die Grundzutaten – Milch, Kaffee, Zucker und Pisco – erinnern zunächst ein bisschen an einen White Russian. Beim Cola de Mono dürfen allerdings auch die Gewürze nicht fehlen. Meist sind es Zimtstangen, Vanille und Gewürznelken. Manchmal werden auch Muskatnuss, Orangenschale, Kardamomkapseln oder Anis für den Cocktail verwendet. Das heutige Rezept – meine Lieblingsversion des Drinks – stellt daher nur eine von vielen Varianten dar, welche ihr nach Belieben mit den genannten Zutaten abwandeln oder ergänzen könnt.

In diesem Sinne: Testet das Rezept, kommt gut durch die Feiertage und natürlich “Prost”!

Walnuss- Körner- Brot

Leute, wisst ihr, was ich auf unserer Reise durch Südamerika in Sachen Essen nach etwa 11 Monaten am meisten vermisse? Ganz eindeutig Vollkornbrot! Wo immer man hinschaut: Die Panaderias (Bäckereien) haben stets nur Weißbrot, helle Brötchen und Süßkram im Angebot. Im Supermarkt sieht es ähnlich aus: Weißmehl soweit das Auge reicht! Zum Glück gibt es, zumindest in größeren Städten, Bio-Läden, welche viele Zutaten lose verkaufen. Darunter unter anderem Samen, Nüsse, Körner, Trockenfrüchte und zum Glück auch Vollkornmehl. 

Daher habe ich in den letzten Monaten,  wenn uns eine Küche mit Ofen zur Verfügung steht, sehr häufig Brot gebacken. Innen schön fluffig, außen krustig. Und vor allem vollgestopft mit Vollkornmehl, Samen, Körnern und Nüssen. Köstlich! 

Aus diesem Grund gibt es heute mein aktuelles Lieblings-Brot-Rezept für euch. Beziehungsweise eigentlich gleich zwei: Eine Version mit Hefe sowie eine zweite, schneller zubereitete, Variante ohne Hefe.

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