Veganer Heringsalat mit Jackfruit

Vor kurzem drückte mir eine Freundin, als ich dort zu Besuch war, eine Packung veganen Heringssalat aus einem Supermarkt in die Hand: „Hier, probier mal, das ist voll lecker!“ Das ließ ich mir natürlich nicht zwei Mal sagen. Kurz darauf entstand ein Gespräch darüber, ob der zum Probieren gereichte Salat denn nun wirklich wie Heringssalat schmeckt. Eine richtige Antwort darauf hatten wir alle nicht, da zwei von uns dreien (ich inklusive) niemals auch nur einen einzigen Happen „echten“ Heringssalat gegessen haben und auch bei Person Nummer drei schon lange keine tierischen Produkte mehr auf dem Teller landen. Trotzdem waren wir uns in einem Punkt einig: Das Zeug war super lecker, völlig egal, ob’s nun wirklich wie Heringsalat schmeckt oder eben nicht. Aber: Bei einem Preis von 3 Euro für 150 Gramm überlege zumindest ich mir, ob ich mir dieses Produkt regelmäßig kaufe. Zumindest, wenn der Inhalt sich eigentlich auch easy auch in größeren Mengen selbst herstellen lassen sollte. Schließlich kommt man – zumindest, wenn man solche Salate, wie ich, gerne sehr dick aufs Brot isst – nicht besonders weit mit einer 150g Portion.

Obwohl ich ansonsten nie zu Fisch-Ersatzprodukten greife, weil ich es irgendwie unsinnig finde etwas zu ersetzen, was ich vor meiner Zeit als Veganerin nie gegessen habe (meinen letzten Fisch hatte ich in meiner Kindheit, ungefähr vor 27 Jahren, auf dem Teller), machte ich mich also daran eine eigene Version des Salats zu entwickeln. Das Ergebnis: Ein veganer Heringssalat, der ziemlich nah an die vegane Version aus dem Supermarkt herankommt. Ziemlich nah übrigens vor allem aus dem Grund, dass ich meine Version noch zwei andere, sehr gut in den Salat passende, Zutaten enthält: Dill und Apfel. Beides kann theoretisch auch weggelassen werden, macht den Salat meiner Meinung nach aber erst richtig „rund“ (inbesondere der Dill). Aber: Probiert einfach selbst!

Der Salat eignet sich übrigens nicht nur als Brotbelag, sondern gibt auch eine klasse Beilage zum Grillen ab. Eine super Alternative also auch dann, wenn ihr keinen klassischen Nudelsalat mehr als Grillbeilage sehen könnt oder einfach mal etwas anderes zur Grill-Verabredung mitbringen wollt.

Zuletzt noch ein Hinweis, falls ihr bisher noch nichts deftiges mit Jackfruit zubereitet habt: Es ist super wichtig, dass ihr für dieses Rezepte junge, grüne Jackfruit verwendet. Greift auf keinen Fall zur reifen, gelben Jackfruit. Diese ist bereits viel zu süß und eignet sich nicht für dieses Rezept. Jackfruit findet ihr übrigens in so ziemlich jedem asiatischen Supermarkt (dort meist in der Dose). Inzwischen werdet ihr aber auch in einigen anderen gut sortierten Supermärkten oder Reformhäusern fündig.

Der Salat hält sich (eingetuppert) für auf jeden Fall 3-4 Tage im Kühlschrank. (Eine längere Aufbewahrung habe ich noch nicht getestet.) Am besten schmeckt er, wenn er für mindestens eine Nacht durchgezogen ist.

Für eine große Portion Salat (ca. 1kg):

  • 1 Dose junge, grüne Jackfruit (Abtropfgewicht knapp 300g)
  • 1-2 TL Senf (mittelscharf)
  • 300g (ca. 3-4 Stück, je nach Größe) Rote Beete (gekocht)
  • 50g eingelegte Gurke (oder auch mehr, nach Belieben)
  • 1/2 säuerlicher Apfel
  • 100g vegane Mayonnaise
  • 200-250 veganer Quark
  • 1 Bund Dill
  • etwas Gurkenwasser (von den eingelegten Gurken) oder Apfelessig
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Cayennepfeffer

Rote Beete kochen

Natürlich könnt ihr für dieses Rezept auch im Supermarkt erhältliche, bereits gekochte Rote Beete verwenden. Wenn ihr diese gekauft habt: Weiter zum nächsten Schritt. Die Flüssigkeit der Beete, welche bei den fertig gekochten Rote Beete immer enthalten ist, solltet ihr nicht in den Abfluss, sondern ebenfalls in den Salat gießen. Ansonsten die Rote Beete einfach am Stück (ungeschält) kochen bis sie weich/gar ist. Nach dem Kochen kurz abkühlen lassen, schälen und danach in kleine Würfel schneiden. Optional kann eine kleine oder halbe Rote Beete auch ganz fein in den Salat geraspelt werden. Das tut einerseits der Konsistenz von dem „Schlonz“ gut, andererseits sorgt es dafür, dass der Salat am Ende sehr rosa/pink und noch ein kleines Stückchen hübscher ist.

Achtung: Rote Beete immer erst nach dem Kochen schälen, da die Beete sonst „ausblutet“ und die ganze schöne Farbe im Kochwasser statt im Salat landet.

Die Jackfruit vorbereiten

Theoretisch kann die Jackfruit für dieses Rezept (und auch für ähnliche Salat Rezepte) direkt aus der Dose (natürlich kleingeschnippelt) verwendet werden. Ich brate sie nach dem zerschnippeln meist aber noch kurz an. Auch die etwas härteren Stellen der Frucht landen bei mir im Salat (manchmal gibt es auch kleine richtig harte Stellen die ich auch raus schneide), welche durch das Braten nochmal etwas weicher werden.

Die geschnippelte Jackfruit einfach in eine heiße Pfanne (mit etwas Öl) geben. Leicht würzen (Salz, Pfeffer, Cayenne). Ein paar Minuten (ca. 5) anbraten. Kurz bevor die Jackfruit fertig ist noch den Senf einrühren und nochmal 1-2 Minuten bei geringer Hitze auf dem Herd belassen.

Die restlichen Zutaten schnippeln

Eingelegte Gurken und Apfel ebenfalls in kleine Würfelchen schnippeln. Den Dill hacken.

Fast fertig!

Zuletzt noch alle Zutaten miteinander in einer großen Schale oder Tupperdose vermengen. Mit Gurkenwasser oder Apfelessig sowie den Gewürzen abschmecken. Bis der Salat richtig schön durchgezogen (und rosa) ist vergehen ein paar Stunden. Da er gut durchgezogen am besten schmeckt, bereitet ihr ihn also am besten bereits einen Tag vor dem Verspeisen zu.


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